Substantielle Erfolge für BDS
Michael (Mikado) Warschawski, Alternatives Informationszentrum (AIC) Jerusalem/Bethlehem
5. Februar 2014
Yuval Steinitz, Israels Minister für strategische Angelegenheiten, bat neulich um ein zusätzliches Budget von 100 Millionen Schekel, um effektiver auf die Boykott-Kampagne reagieren zu können. Deutlicher kann der Erfolg der BDS-Kampagne nicht sichtbar sein. Steinmetz hat gute Gründe, sich zu ärgern: wie ich vor ein paar Wochen schrieb, haben im letzten Jahr die BDS-Initiativen einen qualitativen Sprung gemacht, nämlich von Aktivisten-Aktionen zu solchen großer Firmen und Gesellschaften. Die größte dänische Bank, Danske Bank, zog ihr Geld von der [israelischen Großbank] Hapoalim zurück; hinzu kommt, dass PGGM, der zweitgrößte holländische Pensionsfond, sich aus dem israelischen Bankensystem zurückgezogen hat,
und die norwegische Regierung dem Regierungs-Pensionsfonds anordnete, sein Geld von der [israelischen Immobilieninverstitionsgesellschaft] Afrika-Israel zurückzuziehen. Sogar Deutschland, eine der am meisten pro Israel eingestellten Regierungen der Welt, verkündete, dass es seine Finanzierungen und Investitionen in israelische Projekte, die in Verbindung mit den Siedlungen stehen, stoppen will.
100 Millionen Schekel sind nicht zu viel für Israels Bemühungen beim Versuch, solch einem internationalen Trend zu kontern. Dieses Bemühen sind jedoch so lange umsonst nennen, wie Europa - sowohl die öffentliche Meinung als auch die der Regierungen - gefüttert wird mit Israels Kolonialpolitik und der Arroganz seiner Führer. "Israel verliert in vielen europäischen Ländern seine Legitimität", fasste gestern die (israelische Tageszeitung) Haaretz in ihrem Editorial zusammen.
Die BDS-Kampagne und die Reaktionen von immer mehr Korporationen, akademischen Einrichtungen und sogar Regierungen, wirken sich auf Israel aus. Sie wirken sich auch auf die Linke aus, die bis kürzlich sich sehr zurückhielt über Boykottaktionen gegen Israel. Der Kolumnist der Zeitung Haaretz Gideon Levi, der in der Vergangenheit behauptete, die BDS-Aktionen seien kontraproduktiv, hatte gerade verkündet, er sei zum Schluss gekommen, dass nur internationale Sanktionen, einschließlich Boykott, den Unterschied ausmache.
Fazit: die BDS- Aktivisten in der ganzen Welt sollten ihre Bemühungen verdoppeln und weiterhin Druck auf Israel, seine Institutionen und öffentliche Meinung ausüben, denn das wachsende Gefühl der Isolation trägt Früchte. Die Versuche einiger jüdischer Institutionen, besonders in Frankreich, die BDS-Aktivisten zu kriminalisieren und sie als Anti-Semiten darzustellen, sind in der Tat eine Übertreibung, aber sie sind zum Scheitern verdammt. Der Zug der BDS-Kampagne hat schon volles Tempo und wird nicht halten.
Übersetzung: W. Wiese